Fahrassistenzsysteme – Fluch oder Segen?

Wahrscheinlich kommt es mir nur so vor, da es eine kontinuierliche Entwicklung im Fahrzeugbau gibt, aber gefühlt hat es im Bereich der Fahrassistenzsysteme in den letzten zehn Jahren riesige Fortschritte gegeben und schlussendlich reden wir sogar von autonomen Fahren. Aber ist das alles gut was so in unsere Autos Einzug hält?

DSC07188-christianrohweder-deABS gibt es schon lange, auch ESP hat spätestens seit der A-Klasse nachhaltig Einzug in den Automobilbau gehalten. Beides Systeme welche die Fahrsicherheit deutlich erhöhen. Beim ABS hatte man geunkt, Fahrer die ein solches System an Bord hätten, würden leichtsinniger fahren. Und man hat im Zuge einer breiten Markteinführung allenthalben darauf hingewiesen, dass es kein Wundermittel gegen zu schnelles Fahren ist, dass es die Physik nicht austricksen kann und lediglich als Hilfestellung zu verstehen ist. Spätestens wer einmal auf blankem Eis mit ABS gebremst hat weiß, Wunder – Pardon, das Bremsen – dauern einfach länger.

Heute ist ABS und ESP Alltag und weitere Helferlein ziehen mehr und mehr in unsere Autos ein. Da gibt es Assistenten für Licht, Spur- und Abstandshalten und selbst wenn man müde wird gibt es ein Helferlein das einem eine Pause vorschlägt. Auf den ersten Blick tolle und auch sinnvolle Sachen. Aber ich habe das Gefühl, der Mensch verlernt das Autofahren. Weil er sich mehr und mehr auf diese Assistenten verlässt und meint Verantwortung abgeben zu können. Dem ist aber nicht so.

Beispiel gefällig? Nehmen wir etwas einfaches, den Lichtassistenten. Er schaltet je nach Helligkeit das Abblendlicht ein oder aus. An sich eine feine Sache, habe ich auch in meinem fahrbaren Untersatz und ja, auch dort steht der Lichtschalter auf „Auto“. Für einige Verkehrsteilnehmer bedeutet diese Einstellung aber auch „automatisch vergessen“. Warum an den Lichtschalter denken, das Auto macht es doch alles von alleine? Nein, tut es fatalerweise nämlich genau nicht. Der Lichtsensor kann nur zwischen hell und dunkel unterscheiden. Er kann aber nicht erkennen wie die Witterung ist. Nebel oder Regen erkennt er nicht. Witterungsbedingungen in denen es ratsam ist das Licht einzuschalten um rechtzeitig gesehen zu werden.

Ja, viele Autos haben heute Tagfahrlicht. Das nützt um von vor gesehen zu werden. Aber hinten bleiben die Lampen einfach aus. Und im Nebel ist das tückisch. Hier sollte man sich an seinen Lichtschalter erinnern und ihn aktiv benutzen. Vergessen leider viele.

Und so verhält es sich mit anderen Assistenten auch. Sie sind Helferlein die uns Autofahrer unterstützen sollen. Es ist aber noch nicht ihre Aufgabe uns Menschen das Denken beim Fahren abzunehmen. Denn wenn es schief geht – die Verantwortung trägt immer noch der Mensch.

Also, vergesst beim Autofahren das Denken nicht. Denn sonst wird aus dem Segen ein Fluch.


Autor: Christian Rohweder

Begeisterter Fotograf und Motorradfahrer, Anhänger der Musik aus den 80ern, und Fan der folgenden Filme: Die unendliche Geschichte I, Fame (1980), Herr der Ringe, Harry Potter, Star Trek, Star Wars.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

;-) :x :wall: :twisted: :thinking: :roll: :oops: :o :mrgreen: :lol: :idea: :grrr: :evil: :cry: :autsch: :arrow: :P :?: :? :-| :-D :-) :-( :!: 8O 8-)