Sony NEX-6 und das Wi-Fi

Kameras werden immer kommunikativer. Brauchte man in der Vergangenheit Kabel oder Kartenlesegeräte um die Fotos von der Speicherkarte auf den rEchner zu übertragen, so finden sich heute in immer mehr Kameras Wi-Fi-Funktionalitäten. Auch die NEX-6 hat ein entsprechendes Modul an Bord.

NEX-Community auf Google+, drahtlos von der Kamer auf das iPad übertragen.

Bilder drahtlos auf den Rechner übertragen – Komfortabler geht es kaum, so jedenfalls die Wunschvorstellung. Mal schnell die Bilder ohne langes Hantieren mit Kabeln oder Lesegerät auf den Rechner werfen und glücklich sein, so die Wunschvorstellung. Zumindest was die NEX-6 angeht sieht das allerdings etwas anders aus. Grundsätzlich soll es möglich sein, Bilder auf den Rechner und auf Smartphones sowie Tablets zu übertragen. Meine Umgebung hier besteht aus Mac, iPhone und iPad. Somit kann ich zur Connectivity unter Windows nichts sagen.

Vor den Erfolg hat der liebe Gott aber die Arbeit gesetzt. Und im Hause Sony ist das mit dem drahtlosen Übertragen nicht ohne weitere Tools machbar. Auf den Mobilgeräten muss man sich zunächst die App „Play Memories Mobile“ installieren. Ist das getan wird an der Kamera im Menü „Wiedergabe“ der Punkt „Auf Smartphone wiedergeben“ das WLAN-Modul gestartet und stellt eine SSID sowie ein Paßwort zur Verfügung. Bedeutet, die Kamera fungiert als Hotspot. Mit dem Mobilgerät baut man zunächst die Verbindung auf, startet dann die heruntergeladene App und schon erscheint dort das ausgesuchte Bild / die ausgesuchten Bilder. Die lassen sich dann auch im Bilderarchiv speichern.

Was mir nicht gelungen ist, ist eine solche Verbindung zu meinem Mac her zu stellen. An sich gibt es für den Mac als Clientsoftware den „Wireless Autoimporter“ von Sony. Allerdings bin ich kläglich daran gescheitert nach der Anleitung Sonys die beiden Geräte mit einander zu verbinden. Ein bisschen doof ist das schon. Andererseits muss ich auch klar sagen, dass ich die NEX als einer meiner ersten Handlungen eh auf RAW umgestellt habe und ich die Bilder so oder so erst einmal in Lightroom importieren muss um sie dann weiter zu verarbeiten. Auf den Mobigeräten ist das übrigens kein Problem, denn wenn ich das richtig sehe speichert die Sony-App die Bilder im Bilderarchiv als JPG. Und für unterwegs mal schnell ein Bild online stellen ist das eine klasse Lösung.

Apropos: nicht unterschlagen möchte ich die Möglichkeit, dass man, WLAN vorausgesetzt, Bilder von der Kamera aus auch direkt z.B. auf Facebook posten kann. Dazu muss auf der Kamera eine App aus dem Sony Entertainment Network installiert werden. Das erfordert einen kostenlosen Account dort, irgendwelche Finanzdaten werden auch nicht abgefragt, so dass man hier auf der sicheren Seite ist. Die Kamera fungiert dann nicht als Hotspot, sondern als Client im WLAN. Die Verbindung kann man entweder über WPS konfigurieren oder auch händisch in der Kamera eintragen.

Ebenfalls über der Sony Entertainment Network ist eine App verfügbar, mit der sich die Kamera fernsteuern lässt. Auch hier übernimmt den Job „Play Memories Mobile“, die dann einfach einen anderen Modus startet. Es wird dann ein Livebild auf das Mobilgerät gestreamt und man hat rudimentäre Möglichkeiten auf die Belichtung Einfluss zu nehmen, nämlich über die Belichtungskorrektur. Jedenfalls sofern die Kamera sich im Modus P, A oder S befindet. In M geht da nix. Zudem stehen Selbstauslöser und Rückblick-Check zur Verfügung. Vielleicht nett für Gruppenfotos auf denen man selbst mit drauf sein will. Mehr kann ich dem nicht abgewinnen.

Persönliches Fazit dazu:

  • erst war ich etwas enttäuscht, dass ich die Bilder nicht per Wi-Fi auf meinen Mac bekomme. Andererseits: was solls? Bilder auf meinem Mac gehören eh ins Lightroom. Punkt.
  • Die Option Bilder direkt auf Facebook zu posten mag für den einen oder anderen nett sein. Aber wer bitte möchte den dazu gehörigen Test auf der virtuellen Tastatur eingeben? Ich nicht.
  • Bilder auf iPad oder iPhone zu übertragen finde ich dagegen sehr interessant. Denn gerade unterwegs ergibt sich dann die Möglichkeit, Bild auf iOS-Gerät, dort bearbeiten, online stellen. Ich kann mir gut vorstellen das zukünftig öfters zu nutzen.

Vielleicht noch zwei Tipps um Frust zu vermeiden:

  1. Wenn man die Wi-Fi-Funktion nutzen will, dann immer erst die Verbindung zwischen Kamera und Endgerät aufbauen und dann die App starten. Sonst klappt das nicht.
  2. Ist die in der Kamera ausschliesslich RAW eingestellt, so überträgt die App nur eine kleine Version des Bildes, ungefähr ein Drittel. Das muss man im Hinterkopf haben.

Autor: Christian Rohweder

Begeisterter Fotograf und Motorradfahrer, Anhänger der Musik aus den 80ern, und Fan der folgenden Filme: Die unendliche Geschichte I, Fame (1980), Herr der Ringe, Harry Potter, Star Trek, Star Wars.

14 Gedanken zu „Sony NEX-6 und das Wi-Fi“

  1. also bin ich nicht zu doof – denn auch am PC bisher am Import als quasi ad-hoc Netzwerk gescheitert – analog wie am smartphone und damit überall

    und zweitens Danke Jörg – gut dass ich gerade aus den USA glaube ich auf eine EyeFi Karte von ebay warte … hatte ein Inkompatibilität nicht mal in Betracht gezogen :)

    So geht’s!

    Danke Christian!

    Jan

  2. und ich befürchte mal, dass folgerichtig der „Wireless Auto Importeur für MAC“ bestenfalls eben auch nur eine solche Lösung, also Import übers vorhandene LAN/Wlan und nicht über ein autark vom MAC kreirtes ist – eben wie am PC für das es den WAI ja nicht als download gibt!

    Schade und unverständlich!

    Aber man sollte mal danach googeln/suchen ob es nicht Programme/tools/utillities für den MAC/PC gibt, die das dem Rechner möglich machen und ggf. der NEX das wie am smartphone/tablet zur Verfügung stellen.

    Terminus glaube ich in dem Zusammenhang: ad-hoc Netzwerk (das ist sowas lokales) zumindest vermisse ich das.

    Jan

  3. Wobei ich hier vielleicht der Vollständigkeit halber nachtragen sollte, dass zum Zeitpunkt diesen Artikels mein damaliger Mac wahrscheinlich einfach zu alt war. Das war ein Core 2 Duo. Laut Sony sind nur die Core Duos nicht kompatibel, betrifft aber wohl eben auch die C2D. Mit meinem i7 Mac bekomme ich die Bilder auch per WiFi auf den Rechner. Aber will ich das wirklich? :thinking:

  4. Zitat Christian: Aber will ich das wirklich?

    das stimmt natürlich – aber da geht es mir nicht anders als Dir am Anfang – es ist nun mal dran, also wird es ausprobiert, in seinen beschränkungen erkannt und am Ende dann auch sicher bei mir mit Deiner Frage beantwortet:“…Aber will ich das wirklich? …“

    Glaube nicht unbedingt – hinge von der Problemlosigkeit und vom speed ab!

    Jan

  5. Bei mir hängt das davon ab: passt es zu meiem Workfow? Und hier muss ich sagen: nein. Denn ich kann zwar die Bilder auf den Mac übertragen, aber nicht direkt von der Kamera in Lightroom importieren. Und da bin ich einfach schneller, wenn ich die Karte aus der Kamera in den Kartenleser stecke und direkt in LR importiere. Es gibt sicherlich Anwendungsbereich wo die Wifi-Übertragung Sinn macht. Etwa wenn ich unterwegs bin und mal schnell ein Bild online stellen möchte und die Bilder aufs iPad übertragen kann. Aber sonst ist es für mich kein Killerfeature.

    1. GPS hätte ich auch besser gefunden :-) Aber man kann nicht alles haben. Davon ab macht die NEX nach wie vor eine gute Figur. Ich habe kürzlich mit ihr auch eine Strecke für einen Kunden geschossen, der mit den Ergebnissen sehr zufrieden ist.

  6. in jedem Fall Christian Danke für Deinen blog und diese Diskussion!

    Vielleicht hast Du ja Lust das etwas auszuweiten und mir als relativem Fotoneuling oder besser bisher reiner Pragmatiker (arbeite im Luftsport und dafür hat’s bisher gerreicht)noch ein wenig mit der Objektivwahl weiterzuhelfen.

    Denn ich habe mehrere Copter (6-8 Rotoren für Luftbildfotografie?) und damit hätte ich einige Angebote Firmengebäude oder auch für Makler dementsprechende Anwesen zu fotografieren.
    Hierfür habe ich mir die Nex 6 hauptsächlich wegen ihres geringen Gewichtes gekauft und überlege jetzt welches Objektiv für diese Art der Gebäudefotografie (Abstand soviel wie nötig) Sinn machen könnte und der Nex 6 im Vergleich zum 16-50 zu besserer Qualität verhilft.

    Wäre für Deinen Input dankbar – sollte ich aber den eigentlichen Sinn Deines blogs damit sprengen, täte mir das leid und Du brauchst Dich nicht weiter zu äußern.
    Vielleicht kann ich ja als „Entgegenkommen“ ohne zu wissen, wo in D Du wohnst, dann mal mit dem Copter was für Dich tun.

    danke in jedem Fall schonmal bis hierhin – Gruss

    Jan

    1. Wirklich weiterhelfen kann ich Dir da nicht, da ich selbst keine Erfahrung mit Coptern habe und daher auch die Ansprüche nicht kenne. Gewichtstechnisch ist die Kombi NEX und 16-50 sicherlich unschlagbar. Und ich möchte behaupten, dass das 16-50 besser ist als sein Ruf. Sicherlich geht da nach oben noch etwas. Aber es ist mit Sicherheit kein schlechtes Objektiv. Denn aus schlechten Objektiven kann man in der Regel nichts mehr herausholen, beim 16-50 ist das jedoch möglich. In Lightroom die Objektivkorrektur aktivieren, schon sind die Verzerrungen Geschichte. Nachschärfen und oh Wunder, da geht was. Wenn man mag noch etwas (!) Klarheit zuregeln – fertig. Siehe auch http://500px.com/photo/30415851

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