Erste Hochzeiten – ein kleines Fazit

Dass das Jahr 2011 die eine oder andere Veränderung mit sich bringen würde liegt in der Natur der Sache. Nichts bleibt stehen, die Zeit nimmt ihren Lauf und die Erde dreht sich weiter. Mit einigen Veränderungen rechnet man, mit anderen eher weniger. Das sich in meiner Fotografie etwas grundlegend ändern sollte hatte ich wirklich nicht auf dem Zettel.

Wer mich fotografisch kennt weiß, dass ich mich immer gegen Hochzeitsfotografie gewehrt habe. Wir zwei waren an sich wie Feuer und Wasser, haben friedlich koexistiert solange wir uns nicht in die Quere kamen. Anfragen habe ich höflich aber bestimmt mit Verweis auf andere Kollegen abgelehnt. Hochzeiten wollte ich wirklich nicht fotografieren, niemals.

Der Hauptgrund hierfür war schlicht die Angst es zu vermasseln. Der schönste Tag im Leben eines Paares muss in Bildern festgehalten werden, soll eine bleibende Erinnerung an diesen Tag werden. Die Verantwortung die auf den Schultern des Fotografen lastet ist immens, quasi erdrückend. So jedenfalls der Eindruck. Und im Netz las man viel was diesen Eindruck einfach nur verstärkte.

Mittlerweile liegen die ersten Hochzeiten hinter mir und ich darf sagen: Alles Quatsch! Hochzeitsfotografie ist einfach nur geil! Man verzeihe mir diesen Ausdruck, aber es ist nun mal wie es ist. Ein Sinneswandel um 180 Grad? Hö? Was ist denn da los? Schlechtes Zeug geraucht oder war irgendetwas im Kaffee?  :thinking:

Nicht ganz. Auch wenn ich mich immer (erfolgreich) dagegen gewehrt habe selbst Hochzeiten zu fotografieren, so bedeutete es nicht, dass sie mich nicht interessiert hätten. Aber die Traute sich selbst ins Abenteuer zu stürzen, die hatte ich nicht, muss ich ganz ehrlich gestehen. Anfang diesen Jahres sollten aber mehrere Dinge passieren, die mir die Tür in dieses Metier öffneten.

Wie schon erwähnt, im Netz las man immer wie schrecklich doch Hochzeitsfotografie sei. Dann tauchte aber jemand auf, stellte sich hin und behauptete frech das Gegenteil. So ein Quasiprovinzler aus einem Kaff in der Nordheide (ok, die haben immer noch 10.000 Einwohner mehr als Rendsburg). Steffen „Stilpirat“ Böttcher stellte seine Sicht der Hochzeitsfotografie vor und das klang merkwürdig anders. Kein monströses Schreckgespenst das dort beschrieben wurde, sondern der wohl tollste Job der Welt. Und wer sein Blog verfolgt und auch nur ein kleines bisschen Interesse an dem Thema hat, der wird angefixt. Nachdem ich sein e-Book „Der Hochzeitsfotograf“ gelesen hatte spukte es mir im Kopf herum: „Ja ich will“. (Vorgestellt habe ich das Buch übrigens auch mal.)

Der Wille war also da, der Mut noch nicht ganz. Dann ergab es sich, dass ich einen lieben Kollegen kennen lernte, den Martin Schneider. Zwei Fotofuzzys, ein Gedanke und so stürzten wir uns gemeinsam in das neue Abenteuer „Hochzeitsfotografie“. Und es war toll. Dann durfte ich auf einer Hochzeit von Freunden auf der ich Gast war, auch noch den Patrick Ludolph bei seiner Arbeit beobachten und ihm über die Schulter schauen. Und ich habe zwei Dinge gesehen. Ja, der Job ist nicht ohne, es ist echte harte Arbeit, erst recht dann wenn auch noch die Temperaturen um die 30 Grad-Marke pendeln. Aber ich habe auch die Begeisterung in den Augen von ihm und seinem Assistenten Pablo Heimplatz gesehen und das war ansteckend.

Jetzt bin ich von diesem Virus nicht nur infiziert sondern die Krankheit ist komplett ausgebrochen. Hochzeiten zu fotografieren ist anstrengend, die Tage sind lang und ich wurde auch wieder daran erinnert, dass es nicht immer eine gute Idee ist noch in der gleichen Nacht nach Hause zu fahren. Aber es ist einfach toll ein Paar bei der Fahrt in den Hafen der Ehe begleiten zu dürfen, den Tag zu dokumentieren und Erinnerungen an diesen Tag im Bild festzuhalten. Wenn nicht dort wo dann kommt mein Missionstatement „Es ist der Augenblick der zählt“ so zum tragen? Ja sicher, als Fotograf trage ich eine gewisse Verantwortung, keine Frage. Aber die trage ich bei jedem anderen Auftrag auch. Auf eine Hochzeitsreportage bereite ich mich genauso sorgfältig vor wie für jeden anderen Auftrag. Das Besondere ist aber der Anlass, der ein freudiger ist. Die Leute haben gute Laune und wenn sich die Brautleute bei der Fotoübergabe ein paar Tage später freuen – was will das Fotografenherz mehr?

Dieses Jahr gab mir eine Chance und ich habe sie ergriffen. Und es ist einfach toll (sagte ich bereits, oder?)! Und wer sich die Ratschläge im oben genannten e-Book vom Steffen zu Herzen nimmt, der kann eigentlich keine Bruchlandung erleiden.

Was zu sagen bleibt:

  • Danke Steffen fürs Anfixen!
  • Danke Patrick fürs Nachlegen
  • Danke Martin für den gemeinsamen Start in dieses Abenteuer (Sorry für langs Nichtmelden, habe Land unter!!!)

 


Autor: Christian Rohweder

Begeisterter Fotograf und Motorradfahrer, Anhänger der Musik aus den 80ern, und Fan der folgenden Filme: Die unendliche Geschichte I, Fame (1980), Herr der Ringe, Harry Potter, Star Trek, Star Wars.

7 Gedanken zu „Erste Hochzeiten – ein kleines Fazit“

  1. Na toll, Du hast Land unter und ich hab Pippi in den Augen ;-)
    Ja, die Hochzeit war echt lustig und ich glaube die beiden haben immer noch einige blinde Flecken auf der Netzhaut nach unseren Bouncer Attacken. Wie sagt man so schön auf ebay deutsch: „Jederzeit gerne wieder!“

  2. Bouncerattacken? *unschuldigguck* Da war doch nur ein bisschen Licht im Dunkel :-D

    @Jörg: Ja, wenn man den Schritt erst einmal gemacht hat, dann hat man die größte Hürde genommen.

    @ Steffen: Ich glaube das geht vielen so, dass man einfach einen kleinen Anschub braucht damit es los gehen kann. Ging mir bei einem anderen Thema ähnlich. Begleitung eines Schwerlasttransportes. Natürlich nachts. Noch nie gemacht aber ich hielt das für überschaubar. Die Bilder sind auch nett geworden und der Kunde ist zufrieden ;-)

  3. Klingt doch super! Freut mich das es klappte! ;)
    Daraus lernen wir mal wieder, dass man auf die Forentrolle in den Foren eben nicht viel setzten darf. Steffen zeigt erfolgreich, wie es anders und auch locker geht. :)

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