Anders sein = elitär?

Menschen sind Individuen. Bedeutet, jeder Mensch ist anders, unterscheidet sich von den Anderen. Sei es äußerlich, sei es durch seine Werte, sein Handeln, seine Gedanken. Jeder Mensch hat seine persönlichen Vorlieben und Abneigungen, Fähigkeiten und Talente. Und scheinbar weckt diese Individualität auch Neider.

Das Thema Fotografie spielt in meinem Leben ja nun eine wichtige Rolle und so verwundert es wohl nicht, wenn ich auf Twitter so einigem Fotovolk folge. Und gestern entspann sich eine “interessante”, wenn auch in meinen Augen fruchtlose Diskussion. Es ging um die analoge Fotografie.

Wir schreiben seit vier Tagen das Jahr 2011, die digitale Fotografie hat in weiten Teilen das Analoge verdrängt. Ob das nun gut ist oder nicht, das muss jeder für sich und seine Vorliebe entscheiden. Aber es gibt sie noch, die Menschen die einen Film der Speicherkarte vorziehen. Warum denn auch nicht? Da gibt es Menschen, die nicht ausschließlich dem Mainstream folgen und Freude an der Arbeit mit mechanischem Gerät, mit Entwickler und Fixierer und all den anderen Dingen haben, die zur analogen Fotografie dazu gehören.

An sich wäre alles in Ordnung – wenn es nicht Menschen gäbe, die mit solchen individuellen Zügen überhaupt nicht klar kommen und von einem “elitären Kreis” sprechen. Das nachzuvollziehen fällt mir schwer. Denn analoge Fotografie hat nichts mit Elite zu tun. Jeder der möchte kann sich mit einem kleinen Budget damit auseinander setzen, soll heißen, der Zugang zu dem Thema steht prinzipiell jedem offen der sich dafür interessiert, es gibt keinerlei Beschränkungen. Denn das wäre das, was eine Elite ausmacht. Eine Elite ist ein Kreis von Menschen, die sich durch etwas herausstellen, was für den “Durchschnittsmenschen” nicht ohne Weiteres erreichbar ist. Sei es in materieller oder auch in intellektueller Hinsicht.

Natürlich gibt es in der Fotografie auch Menschen, die einer “Elite” angehören. Das hat aber nichts damit zu tun, ob analog oder digital fotografiert wird. Das hat dann damit zu tun, was die Fotografen erreicht haben mit ihrer Arbeit. Z.B. die Fotografen die für National Geographic arbeiten würde ich durchaus als Elite bezeichnen, denn NG nimmt nun mal nicht jeden.

Elite aber an einem technischen Entwicklungsprozess abhängig machen zu wollen halte ich für gewagt und falsch. Und es sei mir erlaubt anzumerken: die Lagerbildung zwischen den analogen und digitalen Fotografen ist einfach Schwachsinn. Jeder soll doch arbeiten womit er Freude hat oder am besten mit klar kommt.

24 comments to Anders sein = elitär?

  • Maddy

    Ich bin ja so Deiner Meinung. Warum nur muss jeder, der dazu gehören will, sich in ein Korsett pressen lassen? Und nur mal zur Erinnerung: Du hast mich sehr zweifelnd angeschaut, als ich mir Deine analoge Spiegelreflex ausgeliehen habe. Hat vielleicht nichts mit Elite zu tun, aber bei mir fühlt sie sich definitiv wohler als auf Deinem Dachboden 8-)

  • Ach, das war doch keine Diskussion, das war Gefrotzel ;)
    Allerdings schon daraus entstanden, dass auf einer anderen Plattform das Wörtchen “elitär” fiel.
    Der “Grabenkampf” zwischen analog und digital entspinnt sich jedes Jahr aufs Neue. Was es bringen soll, kann ich nicht sehen und auch nicht einsehen.
    Aufgrund meiner Tätigkeit habe so viel mit beiden “Lagern” (Leute die sowohl als auch und entweder oder *höhöhö*) zu tun, dass mich das dumpfe Gefühl beschleicht, die Zündler haben gar nichts mit Fotografie am Hut sondern vielleicht eher mit Unfrieden stiften? :thinking:

  • Danke für diesen Blogpost – ein einsprechender Artikel auf meiner Seite steht noch aus, wird aber kommen.

    Dass man etwas schräg angeschaut wird, wenn man sich (wieder, auch, zusätzlich) mit analoger Forografie beschäftigt ist mir nicht neu. Bin ich doch (als Wiedereinsteiger) quasi direkt betroffen. Neu war mir allerdings bis gestern der Vorwurf, das hätte was mit einer elitären Geisteshaltung zu tun.

    Warum viele auf das Geständnis “analoge Fotografie fasziniert mich” so gereizt reagieren, kann ich nur vermuten … vielleicht verbirgt sich dahinter tatsächlich der Verdacht, eine Gruppe von Leuten, wolle sich durch etwas abgrenzen.

    Geld kann hier nicht der ausschlaggebende Faktor sein – ist die analoge Fotografie (gerade wegen der starken Verbreitung des digitalen Mediums) sehr erschwinglich geworden. Ich kann mir jetzt endlich leisten, mit Kameras zu arbeiten, von denen ich schon als Schülerin und später als Studentin geträumt habe, die aber weit weit weit über meinem Budget lagen.

    Ich vermute, hier steckt eher das Gefühl dahinter, dass man das analoge Medium nicht in der Weise durchdrungen hat, wie man sich im digitalen zuhause fühlt. “Die anderen” könnten also evt. einen Wissensvorsprung haben.

    Mich hat es tatsächlich ein bisschen Überwindung gekostet, wieder analog zu arbeiten, hat es mir doch bewusst gemacht, was ich schon wieder vergessen hatte und was ich alles noch nicht wusste (historische Kameratechnik, Film- und Bildformate, Filmemulsionen und ihre Möglichkeiten, Entwicklungen und ihr kreatives Potential). Genau das macht allerdings inzwischen die Faszination aus … ich kann hier soviele Dinge dazu lernen, die ich dann wieder für meine Fotografie “insgesamt” also auch digital sowie für meinen Podcast nutzen kann.
    Raus aus der Komfortzone, das lohnt sich eben immer.

    Mit Elite hat das nichts zu tun. Wer mir so etwas vorwirft, dem zeige ich einen Vogel. Im Gegenteil, die Community der Analogfotografen ist – wie ich sie bisher erlebt habe – ein Haufen unglaublich netter, lustiger und Hilfsbereiter Leute. Wenn die auch oft manchmal einen Spleen haben ;-) .

  • Analoges Fotografieren ist ebenso wenig elitär wie das Malen mit einem Pinsel, das Reiten ohne Sattel oder Autofahren mit Falk-Plan.
    Wenn überhaupt definiert sich die Elite (im Wortsinn) über überdurchschnittliche Kompetenz auf einem bestimmten Gebiet.
    Die Wahl des Werkzeugs (und um nichts anderes handelt es sich bei dieser ewigen analog/digital Diskussion) sagt rein gar nichts über diese Kompetenz aus.
    Sich Federn in den Hintern zu stecken macht einen ja auch nicht zum Huhn.
    Lustigerweise gibt es ähnliche Diskussionen auf dem rein digitalen Sektor auch zwischen DSLR- und Bridge/Kompaktknipsern oder JPEG-/RAW-Verwendern. Ja sogar die verwendete Bildbearbeitungssoftware oder der manuelle Modus verhilft einem in den Augen anderer zu einem elitären Status.
    Schwachsinn.
    Das Ergebnis zählt.
    Und mehr noch den Spaß, den man daran hatte.
    Amen. (-:

  • >> Sich Federn in den Hintern zu stecken macht einen ja auch nicht zum Huhn.

    Sehr geil! Danke! ;-)

  • Frank

    Für mich sind die anhänger der Analogfotografie wie die Liebhaber alter Autos. Es sind für mich Menschen, denen die “gute alte Zeit” gefällt und die sie am liebsten auch leben würden und die oft nur wenig mit den Erungenschaften der Zeit anfangen können.

    Warum soll ich noch mit meiner alten analog-SLR Bilder machen? Erst muss ich einen Film kaufen und ihn dann auch noch entwickeln lassen. Und diese Entwicklung würde wieder Geld und vor allem sehr viel Zeit kosten. Zeit, die ich und vor allem meine Kunden gar nicht haben, von der fehlenden Kontrolle und Bildqualität ganz zu schweigen.
    Eine SW Eigenentwicklung käme ebenfalls nicht in Frage, das wäre doch so, als ob man in der digitalen SLR auf SW-JPG schießen würde, Schwachsinn pur.

    Und hier verstehe ich auch die Argumente von der doch soooo kostengünstigen Analogfotografie nicht. Die Fotografie ist erst für mich erschwinglich geworden, seit ich digital fotografiere. Da ich mir keine Filme mehr kaufen musste und die Kosten für Bildentwicklungen entfielen. Dann hat man die leicht höreren Kamerakosten sehr schnell wieder ausgeglichen. Und wenn ich mir heute die Preise z.B. bei Spuer-Sinn ansehe, dann haben sich die Preise eher nach oben als nach unten entwickelt. Und was nützt es mir, wenn ich eine uralte Kamera günstig erwerbe, ich aber dann viel Geld in den Film und dessen Entwicklung investieren muss und anschließend feststelle, dass die ganze Arbeit vergebens war, weil die Abbildungsleistung des “alten Schätzchens”, zumindest aus heutiger Sicht, einfach nur grottig ist.

    Das mag zwar manchmal ein gewollter Effekt sein, aber wäre es da nicht besser, zuerst ein fehlerfreies, digitales Bild zu machen und dieses dann bei Bedarf auf alt und fehlerbehaftet zu trimmen?

    Ich denke, dass das mit dem “elitär” falsch verstanden wurde. Für mich sind die Analoganhänger auch in gewisser Weise ein elitärer Kreis. Zum einen dann eben doch wegen den hohen Kosten, zum anderen aber auch weil es nicht so viele von ihnen gibt und auch nur wenige dazugehören wollen. Und das ist auch eine mögliche Definition von elitär.

    Ich selbst schwimme auch oft gegen den Strom, aber ich behalte auch immer das Kosten-Nutzen Verhältnis im Auge. Und unter diesem Gesichtspunkt ist das Analoggehabe bestensfalls eine teure Freizeitspielerei die an allen wirtschaftlichen Aspekten weit vorbei geht.

    Das ist aber lediglich meine Meinung, es soll jeder halten wie er mag.

  • Christian Rohweder

    @Maddy: Ich habe nur deswegen etwas gezweifelt, weil ich glaube, dass der Lerneffekt um von der Knipserei in die “kontrollierte” Fotografie umzusteigen bei einer digitalen Kamera schneller ist. Denn im digitalen hat man sofort ein erstes Vorabergebnis auf dem Display. BTW: Deine ersten Ergebnisse hast Du mir immer noch vorenthalten ;-)

    @Tilla Pe: Mit Deiner Vermutung könntest Du recht haben. Vielleicht haben die betreffenden Leute auch “Fotografie” einfach nicht verstanden. Zumal es in der analogen Fotografie auch Dinge gibt, die gehen digital meines Wissens gar nicht. Ich denke da gerade an Deinen legendären Eintrag zum Emulsionslift. Klar, ich bin zur Zeit ein “digitaler”, und es gab auch eine Zeit, da habe ich Analog ausschließlich für alt und überholt angesehen. Aber ich betrachte mich als lernfähigen Menschen (zumindest eingeschränkt :-D ) und sehe durchaus auch die Vorteile im analogen Bereich. Und sei es einfach nur, um das Tempo mal raus zu nehmen.

    @Moni: Die analoge Fotografie fasziniert mich durchaus auch wieder. Ich weiß aber auch, dass ich leider zur Zeit aus verschiedenen Gründen nicht die innere Ruhe habe, mich auf das Thema wieder einzulassen. Aber ich habe durchaus ein langfristiges Ziel: Irgendwann (und das soll nicht erst in 50 Jahren sein) soll hier in diesem Haushalt eine (Tilla weiß das schon) zweiäugige Rolleiflex stehen :-) Und die soll auch benutzt werden. Warum Rolleiflex? Jetzt könnte man wieder vermuten, dass sich alles über die Technik definiert. Aber ich verbinde mit der Rolleiflex Kindheitserinnerungen. Mein Vater hatte lange Zeit eine, bis er die gegen ein Shift-Objektiv für seine F-2 “eintauschte”.

    Grundsätzlich denke ich, mal “etwas anders” zu machen ist immer eine Bereicherung für die eigenen Erfahrungen und das tut nicht weh. Im Gegenteil, wie Du selbst ja geschrieben hast, es hilft Dir auch im Digitalen weiter.

    @Herr Olsen: Das unterschreibe ich Dir auch sofort. Die Wahl des Werkzeugs muss für einen persönlich passen, der Rest ist wurscht. Allein was die Hardware angeht: Die Kompaktkameras haben genauso ihre Daseinsberechtigung wie die High-End DSLRs. Und mir fehlt einfach der Verständnis, wenn sich jemand mit einer DSLR darüber erhebt und den Menschen mit der Kompakten belächelt oder gar nicht ernst nimmt. Wenn man also möchte kann man an allen Ecken und Kanten Lager bilden und Grabenkämpfe führen. Nur bringt das niemanden weiter.

    Das mit den Federn….. echt nicht? *Federnwiederwegleg* :mrgreen:

  • Christian Rohweder

    @Frank: Das mit den Kosten ist relativ. Was kostet Dich ein neuer Verschluss für Deine Kamera? Was viele übersehen ist, dass in kürzerer Zeit viel mehr Bilder geschossen werden. Der Verschleiß ist dadurch umgelegt auf die Zeit viel höher als wenn man mit Film und damit langsamer arbeitet. Nur mal ein Beispiel. Analog zu arbeiten, oder überhaupt mal einen Blick über den Tellerrand zu werfen bedeutet, den eigenen Horizont zu erweitern, sich an anderen Arbeitsweisen zu erfreuen. Ist wie mit alten Autos. Die Dinger heute unterwerfen sich alle der Optimierung des cw-Wertes. Stellenweise sehen die sich zum Verwechseln ähnlich. Und da frage ich mich dann, wo ist die Vielfalt? Mal raus aus dem “Mainstream”, denn wie ich schrieb: wir Menschen sind Individuen.

    Bei Auftragsshootings kann ich Deine Argumentation nachvollziehen, keine Frage. Zeit ist Geld und das möchte der Kunde am liebsten gar nicht ausgeben. Das hier streng nach Kosten/Nutzen-Verhältnis gearbeitet wird ist klar. Wenngleich es auch hier Ausnahmen gibt. Ich möchte da mal ganz hoch greifen und sage: Jim Rakete. Er arbeitet nach wie vor analog und seine Beweggründe (siehe Wikipedia) sind nachvollziehbar. Aber klar ist natürlich, sich das erlauben zu können muss man sich hart erarbeiten.

    Verglichen damit was Rakete und Co abliefern ist das was wir machen Fließbandarbeit. und das liegt durchaus an der digitalen Fotografie. Eben weil alles schnell geht, das Tempo unglaublich hoch ist und die Kreativität/Kunst auf der Strecke bleibt.

  • @Frank: Und genau den Punkt hast du glaube ich falsch verstanden du machst genau das was eben in der kleinen unterhaltsamen Diskussion gestern auf Twitter hoch gekocht ist. Du bezeichnest alle die eben nicht deiner Meinung sind (digital Hurra) als schwachsinnige nostalgische Effekthascher. Klar bei Auftragsarbeiten kann man gerne digital arbeiten, aber auch immernoch analog. The right tool for the right job. Zum Thema Kosten/Nutzen, rechne dir einfach mach aus was du zB für ein 18MP Kamera an Linsen ausgeben musst die das ganze ordentlich auflösen und dann überleg dir mal wieviele Filme+Entwicklung du für die 800 und mehr Euro bekommst.

    Ich fotografiere gerne, ob nun digital oder analog ist mir dabei wurscht. Ob ich dabei eine Canon, eine Nikon, meine Minolta oder auch nur ein Handy in der Hand habe ist dabei auch völlig egal. Ich habe sicher auch meine Vorlieben aber die müssen nicht 100%ig erfüllt sein damit ich eine Kamera in die Hand nehme. Ich fotografiere allerdings für mich und nicht um damit Geld zu verdienen.

  • Amen!
    Keine weiteren Kommentare.

    Nur eine kleine Beobachtung am Rande: ich stelle mit Interesse fest, wer in diesem Beitrag anonym kommentiert und wer nicht. Christian Rohweder darf, ist ja sein Blog. Jeder andere darf auch, lässt damit aber auf meiner Seite verschiedene Schlüsse zu.

  • Ich hatte schon gedacht, ich gehörte seit kurzem auch zur Foto-Elite. Habe angefangen, analog zu fotografieren und auch selbst zu entwickeln. Aber jetzt kommst du daher und erzählst mir, das dem nicht so ist und ich Tierfotos machen solle? Menno! :autsch:

  • Was mir gerade zum Thema Kosten/Nutzen noch eingefallen ist: Wenn man den Vergleich ernsthaft machen möchte, dann kommen noch andere Positionen hinzu. Z.B. Kosten für Speicherplatz, Strom für Rechner aber auch für Akkus etc. Und wenn man dann festlegt, dass am Ende der Produktionskette ein ausgedrucktes Bild vorliegen soll, hat man die Kosten halt auch noch.

    Unterm Strich glaube ich zwar auch nach wie vor, dass ich digital günstiger produzieren kann als analog, aber Angbor3d hat es auf den Punkt gebracht:

    >> The right tool for the right job

    Fakt ist aber auch, dass die Kosten die für die analoge Fotografie heute entstehen es meiner Meinung nach nicht rechtfertigen von einer elitären Gruppe zu sprechen.

    @Chris: Danke für den Hinweis, hatte im Backend in meinem Userprofil keinen Link hinterlegt.

  • Didisp

    “Für mich sind die anhänger der Analogfotografie wie die Liebhaber alter Autos. Es sind für mich Menschen, denen die “gute alte Zeit” gefällt”

    Klassischer Fall von Überinterpretation. Vielleicht sind Liebhaber alter Autos einfach nur Leute, die alte Autos “lieb haben”. Aber trotzdem im Winter nicht auf die Vorzüge eines EPS-Systems verzichten wollen.

  • Didisp

    Hach, ich meinte natürlich ESP. (Neumodisches Teufelszeug, dass es damals Anno…, ach ich schweife ab… :-))

  • Frank

    @Chris

    Mit dem obigen Kommentar wollte ich lediglich meine Meinung zu dem Thema äußern. Ich dachte, dies sei der Sinn einer Diskussion. Das habe ich auch so geschrieben “…Das ist aber lediglich meine Meinung, es soll jeder halten wie er mag.”

    Anscheinend geht es hier jedoch mehr um eine Rechtfertigung der Analogfotografen für ihr eigenes Hobby. Aber sollte es nicht eigentlich völlig egal sein, was Andere von einer Sache denken, solange man selbst davon überzeugt ist?

    Schade! Ich hatte die Hoffung, durch die Diskussion die Sichtweise der Analogfotografen vielleicht endlich einmal zumindest im Ansatz verstehen zu lernen. Nun komme ich jedoch zu der Erkenntnis, ich hätte besser auf den obigen Kommentar verzichtet und mich nicht in diese “Diskussion” dieses elitären Kreis eingemischt. :-(

    Und nur damit keine Missverständnisse aufkommen, DAS IST LEDIGLICH MEINE PERSÖNLICHE MEINUNG zu diesem Thema.

  • Didisp

    “Anscheinend geht es hier jedoch mehr um eine Rechtfertigung der Analogfotografen für ihr eigenes Hobby. Aber sollte es nicht eigentlich völlig egal sein, was Andere von einer Sache denken, solange man selbst davon überzeugt ist? ”

    Erst Leute, die digital wie analog arbeiten, als realitätsfremde Nostalgiker darstellen, das ganze dann als “nur meine Meinung” relativieren und anschließend auf Reaktionen eingeschnappt reagieren – sorry, aber das gehört für mich in die Kategorie “Diskutieren – mit fiesen Methoden”.

  • @Frank
    >> Anscheinend geht es hier jedoch mehr um eine Rechtfertigung der Analogfotografen für ihr eigenes Hobby.

    Hier liegt aus meiner Sicht schon der erste Denkfehler. Ich muss mich nicht rechtfertigen – ich würde den Teufel tun – sondern erkläre nur etwas.

    Fotografie ist mein großes Hobby, etwas, das mich unglaublich begeistert – ganz gleich ob analog oder digital (tatsächlich habe ich je einen Fuß in beiden “Lagern”). Und wenn ich mich dort umtue, wo ich viel lernen kann, um meine Fotografie grundsätzlich weiterzubringen, dann ist das
    a) nichts wofür ich mich rechtfertigen muss
    b) kann es so weltfremd nicht sein (sonst würde es ja nichts bringen)

  • Hammer… echt!

    Ich werde auch noch mal einen längeren Eintrag auf meinem Blog dazu ablassen. Auch wenn das nix ändern wird, denn das Thema wurde ja schon so oft diskutiert.. es ist eigentlich, Hand aufs Herz, ausgelutscht.. obwohl diese “Elite” Diskussion so explizit mir noch nie untergekommen ist. Sie schwang immer mal so im Hintergrund mit, aber so ausführlich wie die letzten, na, 36 Stunden, hab ich das noch nie erlebt.

    Mal in aller Kürze:
    ——————–

    Ich benutze analoge/digitale/hybride Technik weil es mich weiterbringt/Spaß macht/meinen Neigungen entspricht.

    Dies inkludiert den Gebrauch von DSLRs/digitalen Rückteilen/analogen MFs/Ostblockkameras/Plastikkameras mit Lichtleck/20 KG schweren Kameras aus dem 19.Jahrhundert/mit Silberhalogenid bestrichenen Kuhfladen solange sie ein für mich interessantes Bild ergeben und/oder mir der Prozess als solches Spaß macht.

    Bitte unterstreichen Sie die gewünschten Teile davon und geben Sie das Formblatt in ihrer lokalen Spaß-Behörde ab. Danke. Das wars schon.

  • … nur dieses noch.. Ist eigentlich mal jemand auf den Gedanken gekommen, dass die Moni vielleicht das ganze “Analog-Abenteuer” auch deswegen macht, weil sie (nicht zu Unrecht) erwartet, dass dann auch ihre “digitale Fotografierei” einfach besser wird, weil sie durch diesen “analogen Ausflug” neuen Input und neue Sichtweisen bekommen hat?

    Könnte ich mir zumindest vorstellen.

    “There’s no such thing like “analog photography”. Or “digital photography”. Or “smartphone photography”. There’s just… photography”.

    Kam mir gerade so in den Sinn. Ja, auf Englisch. Warum auch immer.

    dogwatcher (aka “toooldtobetrue” auf Twitter… falls die Schreibe jemanden bekannt vorkommt)

  • So wenig ich mich auf irgendwelche Diskussionen über das “ihr gegen uns” einlassen möchte (weil ich einfach nur lichtbildnerisch tätig bin, und das sind wir doch alle), so deutlich bemerke ich, dass es hier in den Kommentaren zweierlei Arten von Menschen gibt. Die einen haben Freude an einem Thema, beschäftigen sich damit, weil es ihnen Spaß macht (oder weil es sie auf die eine oder andere Weise weiter bringt, oder [fügen Sie die Begründung Ihrer Wahl hier ein]) und die andere Seite hat anscheinend ein Problem damit, dass sich diese Menschen mit Freude/Begeisterung/Spaß/… einem Thema widmen. Wenn es hier schon um Abgrenzung gehen soll, dann gehöre ich lieber zu der Seite, die (wohlgemerkt nicht auf Kosten anderer) Freude an der Sache hat.

    Spielverderber und Sandburgzertreter gibt es leider immer wieder.

    Elitär ist nur, wer Hürden um sich aufbaut, um den Kreis eben begrenzt und elitär zu halten. Ich muss über Nacht blind geworden sein, denn davon sehe ich hier überhaupt nichts.

    Ich geh jetzt wieder Spaß haben.

  • Danke Christian, ich hatte schon befürchtet, ich müsse mich wieder auf das dünne Eis der Rechenbeispiele begeben ;) Dünn deswegen, weil ich es hasse!
    Aber so ganz kann ich es nicht lassen… :twisted:
    Ich habe übrigens letztens einen Film in meine Kamera gepackt, da stand noch ein DM-Preis drauf. Der Film kostete mal 18,60DM. Es handelte sich um einen Fuji Provia 100. Kleinbild. Dieser Film kostet heute bei genannter Firma 7,85 Euro. Noch Fragen? :mrgreen:

  • @Frank: Gerade habe ich hier vor dem Bildschirm gesessen und mir überlegt, ob ich noch meinen Senf dazu geben soll. Denn aus Deiner Sicht sind hier alle gegen Dich.

    Du hast aber noch etwas geschrieben, das mir persönlich etwas sauer auf stößt. Denn auch ich lasse mich nicht einfach in ein “Korsett” pressen, wie Maddy es so schön geschrieben hat. Erst recht nicht von Menschen, die mich nicht kennen.

    >> “und mich nicht in diese “Diskussion” dieses elitären Kreis eingemischt.”

    Erstens zweifelst Du die Diskussion hier als solche an. Was ich nicht nachvollziehen kann, denn hier wurden klar Argumente ausgetauscht, niemand wurde persönlich beleidigt. Du hast provokante Thesen vertreten, dann musst Du auch damit leben können, wenn man sie Dir auseinander nimmt und hinterfragt. Das nennt man Diskussion. Diskussion ist nicht, Du stellst Thesen auf und alle anderen stimmen Dir zu. Dass Du jetzt schmollst – damit musst Du klar kommen.

    Zweitens tust Du genau das worum es hier geht. Du stellst eine Schublade auf und wirfst nach eigenem Belieben die Leute da hinein. Inklusive meiner Person. Wie Du vielleicht gelesen hast, bin ich bei einzelnen Punkten sogar Deiner Meinung. Aber ich bin absolut nicht Deiner Meinung wenn ich die Scheuklappen aufsetzen soll und ja nicht links und rechts des Wege schaue, was es da gibt um mein Wissen und meinen Erfahrungsschatz zu erweitern.

    Im Grunde hast Du eine neue These aufgestellt: Wer sich gedanklich flexibel zeigt, der gehört einer Elite an.

    Der Anspruch an uns selbst sollte doch sein, gute Bilder zu machen. Im Laufe der Zeit an unserer Qualität zu arbeiten und besser zu werden. Und ganz wichtig: Dabei Freude zu haben. Ein ganz wichtiger Aspekt.

    Diese Diskussion digital vs. analog lässt sich prima auf viele andere Dinge übertragen. Und diese Diskussionen wären im Grunde hinfällig. Wären, weil es immer wieder Menschen gibt, die nicht bereit sind die Art und Weise anderer Menschen einfach zu tolerieren ohne sie in eine Ecke zu drängen und einen Stempel aufzudrücken. Ich weiß nicht ob das ein generell menschlicher Zug ist, dieses Schubladendenken, oder ein spezieller deutscher. Lästig ist er alle mal.

  • […] gestehe zu meiner Schande, dass mir die Diskussionen zur Elite der Fotografie bislang entgangen sind. Schade. Dann muss ich halt nachtreten und an dieser Stelle klar machen: […]

  • […] erinnert mich das an die Elite-Diskussion vor ein paar Tagen. Auch wenn ich noch nicht allen Mitgliedern auf LuxundLaune.com einen elitären […]

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