Daten(verun)sicherung

Datensicherung – an sich für jeden, der Daten in elektronischer Form speichert ein Thema. Die einen nehmen es ernster als die anderen, wer beruflich an seinen Daten hängt nimmt es etwas ernster. Und kommt streckenweise ins Staunen, was so eine Datensicherungssoftware alles anstellen kann. Und das ist nicht immer schön.

Im Sommer hatte ich zwangsweise auf eine neue Datensicherungssoftware umstellen müssen. Als ich auf ein NAS als Sicherungsgerät umstellte (was an sich anders gedacht war) stellte ich fest, dass meine bis dato benutzte Software sich nicht in der Lage sah auf ein Netzwerklaufwerk zu sichern. Schade, denn SuperDuper! hatte immer tadellos funktioniert, kann aber eben nur auf lokale Laufwerke sichern.

Die Entscheidung fiel auf SilverKeeper von LaCie und die erste Zeit funktionierte das auch gut und sicherte brav meine Daten vom FireWire-Laufwerk auf das NAS. Vor kurzem fiel mir dann aber die erste Ungereimtheit auf. Eingerichtet war eine tägliche Sicherung, die je nach Verwendung der Daten unterschiedliches Volumen hatte und entsprechend dauerte. Auffällig war aber irgendwann, dass das Volumen immer mehr zunahm, die Sicherung länger und länger dauerte. Zeit, mal einen genaueren Blick ins Log zu werfen.

Erstaunt stellte ich dann fest, dass SilverKepper angefangen hatte Daten zu sichern, die eine erneute Sicherung nicht erforderte. Nur neue und geänderte Dateien sollten gesichert werden,  keinesfalls alte Dateien gelöscht werden. Nach ein paar Test stellte sich heraus, dass hier tatsächlich etwas seltsames passierte, nicht angefaßte Dateien wurden wieder und wieder gesichert.

Eine Mail an den Support inklusive Logfiles mit Bitte um Auswertung ist bis heute unbeantwortet geblieben. So langsam hatte ich mich in den letzten Tagen auch damit abgefunden, mir Gedanken über eine neue Software zu machen, maß dem aber keine große Priorität zu. Lieber doppelt gesichert als gar nicht.

Nun passierte aber etwas ganz abstruses. Ich komme von einem Shooting, importiere meine Dateien in Lightroom und lasse dabei die Bilder von der Speicherkarte auf meine Arbeitsplatte (die FireWire) kopieren. Anschliessend das Ganze verschlagwortet, aussortiert, zur späteren Bearbeitung markiert, Lightroom beendet und Datensicherung angeworfen. Am nächsten Tag dann wieder Lightroom aufgemacht um die Fotos vom Vortag zu bearbeiten. Doch was war das? Lightroom meldet die Bilder als nicht vorhanden. Zwar schon noch in seiner Datenbank, aber nicht mehr physikalisch auf dem Datenträger. In der Tat, die Bilder waren weg! Auch auf dem NAS keine Spur. :grrr:

Ich hatte in dem Fall wirklich Glück, dass ich die Originaldateien noch hatte. Die dort eingespielt wo sie hingehörten und alles war gut. Lightroom erkannte sie auch, ich habe ein paar Bearbeitungen vor genommen und Lightroom wieder beendet. Jetzt kontrollierte ich, ob die Dateien noch dort waren wo sie hingehörten. Waren sie. Datensicherung angeworfen, selbige abgewartet, nach geschaut – Daten weg! :wall: Weder auf demNAS, noch auf meiner FireWire-Platte waren die Fotos.

Um das zu verifizieren habe ich also noch einmal ein paar frische Bilder gemacht, in Lightroom importiert, Datensicherung, Bilder futsch. Inklusive wieder derer, die ich gerade vorher wieder dort hinein geschubst hatte. SilverKeeper löscht also fröhlich die Dateien, die auf dem NAS nicht vorhanden sind vom Quell-Laufwerk, natürlich ohne dies im Log zu verzeichnen. So kann man dort natürlich Platz schaffen, ist aber irgendwie nicht im Sinne des Erfinders.

Ergo suche ich jetzt eine neue Software die funktioniert, die gepflegt wird und auch vom Hersteller supportet wird. Falls jemand einen Tipp hat, meine Anforderungen sind die Folgenden:

  • Lauffähig unter OS X
  • keine kryptische Scriptprogrammierung bitte, ich möchte mir die Sicherung zusammenklicken können
  • Zeitgesteuerte Backups sollten möglich sein
  • Kein seltsames Archivgedöns, bitte einfach eine Kopie von A nach B der jeweils neuen oder geänderten Dateien
  • ich suche nicht ausschließlich Freeware

Bedauerlicherweise kann TimeMachine keine Backups auf Netzwerklaufwerke, sonst könnte das Teil das gleich mit machen. Ich habe mir heute Deja Vue heruntergeladen und das werde ich mal testen.


Autor: Christian Rohweder

Begeisterter Fotograf und Motorradfahrer, Anhänger der Musik aus den 80ern, und Fan der folgenden Filme: Die unendliche Geschichte I, Fame (1980), Herr der Ringe, Harry Potter, Star Trek, Star Wars.

3 Gedanken zu „Daten(verun)sicherung“

  1. Aargs! Für so eine Software gehört der Hersteller erschossen!

    Was Du suchst, klingt aber eher nach einer Sync-Software, als einer Backup-Software. Da wird es doch für MacOS irgendwas mit Oberfläche geben (selbst bei Windows gibt es da mehrere).

  2. Hm, ich habe mir sagen lassen, Erschiessen wäre ne Straftat, aber als ich das gemerkt habe was da war ich kurz davor im Internet nach einem günstigen Anbieter für ein AK-47 zu suchen. ;-)

    Das Déjà Vu sieht gar nicht mal so schlecht aus. Mal schauen wie sich das so macht.

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