Feedreader oder nicht?

Vor einiger Zeit hatte jemand in der Bloggosphere mal gefragt, ob es sich überhaupt noch lohnt, Blogs grafisch halbwegs ansehnlich zu machen. Denn viele Blogs liefen ihren Content eh als Volltextfeed aus, da kann man sich das springen ins Blog doch sparen, oder?

Technisch gesehen: ja klar. Allerdings ist „Lesen“ und „Lesen“ nicht dasselbe. Natürlich kann ich nur für mich sprechen, aber ich mache einfach einen Unterschied zwischen „schmökern“ und „Informationen konsumieren“. Nachrichten beispielsweise lese ich meist einfach im Feedreader. Kurze Blogbeiträge auch. Aber längere Beiträge lese ich gerne direkt im Blog. Da zählt dann für mich das „Ambiente“. Auch dann, wenn das Blog den vollen Text als Feed bereitstellt. Vielleicht bin ich da altmodisch. Aber ich gehöre auch noch zu denen, die gerne ein Buch in die Hand nehmen, sich in den Sessel setzen und fernab vom Rechner einfach lesen. Magazine genauso.

Der Vorteil des Webseitenbesuches liegt darin, dass ich als Leser eine passende Formatierung vorfinde. Der Feedreader nimmt einfach nur ein Text und haut einem das Zeug um die Ohren. Das macht in meinem Fall speziell bei Fotoblogs einfach keinen Spaß. Da lese ich lieber auf der Webseite – es sei denn, es hat sich jemand drastisch im Design vergriffen :-) Weiße Schrift auf schwarzem Grund z.B. ist so ziemlich das schlimmste, was man seinen Lesern antun kann. Je nach Tagesform und -zeit wird die Leserei dann zur Tortur.

Bei Webseiten, die nur einen gekürzten Feed ausliefern kommt es sehr auf das Thema an, ob ich den vollen Text lesen will. Das Textkürzen ist jedenfalls nichts, was mich zwangsweise auf die entsprechende Webseite lockt. Ich sehe da eher einen Nachteil für die entsprechende Seite, denn der potenzielle Leser muss anhand von Überschrift und den ersten paar Worten dazu animiert werden, auf die Seite wechseln zu wollen.

Insgesamt lösen also zumindest bei mir Feedreader nicht das klassische Blog ab. Je nach Informationsart möchte ich auf die passend formatierte Darstellung nicht verzichten. Für mich erhöht das einfach das Leseerlebnis und den Spaß am Text.


Autor: Christian Rohweder

Begeisterter Fotograf und Motorradfahrer, Anhänger der Musik aus den 80ern, und Fan der folgenden Filme: Die unendliche Geschichte I, Fame (1980), Herr der Ringe, Harry Potter, Star Trek, Star Wars.

2 Gedanken zu „Feedreader oder nicht?“

  1. Moin Chris,

    spannende Frage. Ich denke, wer Blog professionell führt, kann auch einen Feedreader zum Einsatz bringen lassen, auch einen verkürzten, allderdings finde ich auch, bei Fotoblogs ist das sehr blöd.

    Also das kürzen geht z.B. auch bei mir im Blog, allerdings haut das die Kürzung immer so rein, wie es nicht gewollt ist…daher bringt das auch nichts…hab halt noch nen Blogbaukasten, da ich für WordPress noch zu doof bin :autsch:

    Bei mir gehen z.B. – nach Umformatierung des Designs ganz viele Features nicht mehr, die in einem Blog sinnbringend sein können, aber damit kann zumindest ich leben :lol:

    Aber bei mir ist das eh ne andere Sache, bin ja nicht sooo der Blogger….im Sinne von…..

    Kennst Du eigentlich irgend ein Feature, was man einbauen kann (wenn es bei mir geht), was barrierefrei ist? Für Webseiten kenn ich das, habs aber noch nie in irgend einem Blog gesehen…

    LG und hab nen schönen Tag! ;-)

  2. Im Google Reader bleibt den Beiträgen die Formatierung größtenteils erhalten.
    Manches lese ich auf den Originalseiten, oft sind die aber so schlecht formatiert, dass ich den Feedreader bevorzuge.

    Ich lese viel auf meinem Notebook mit 1440 Pixel Breite auf 12″, also einem hochauflösendem Display, und erschreckend viele Blogs sind da schlicht nicht lesbar, selbst bei vernünftiger Farbwahl.

    Die größten Schwachpunkte vieler Blogs: Die Schrift ist viel zu klein, und das Format läuft bei Verwendung von Strg+ zur Vergrößerung dank schlechtem CSS aus dem Bild.

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