Tamron SP AF70-200 2.8 Di (IF) Macro

Vor ein paar Tagen war es endlich soweit, mein lang ersehntes 70-200mm Objektiv war bei meinem Fotohändler angekommen und harrte meiner Abholung. Zum richtigen Fotografieren bin ich aber erst heute gekommen.

Klar hatte ich das Teil schon mal vorher an der Kamera – und war mittelprächtig beeindruckt. Mit montierter Gegenlichtblende wirkt das Gesamtkonstrukt an der D700 doch eher wie eine Waffe. Was wir aber nicht jedem erzählen sollten, insbesondere gewissen Politikern in Berlin. :mrgreen:

Vorweg nehmen möchte ich gerne den größten Schwachpunkt. Der Autofokus. Um es mal so auszudrücken: Der AF an dem Kit-Objektiv 24-120 ist geradezu rasant dagegen. Wenn das Objektiv einmal den kompletten Schärfebereich durchfährt, dann dauert das schon mal etwas. Als Sportlinse würde ich das Tamron wohl eher nicht einsetzen, jedenfalls dann nicht, wenn die zu fotografierenden Szenen sich häufig deutlich in der Entfernung verändern. Obwohl ich heute auch etwas Action fotografiert habe – also für meine Verhältnisse Action. ;-)

Das Objektiv selbst ist ein Plastikbomber, aber bei einem Preis von rund 700 Euro und einem Linsensystem das f2.8 ermöglicht, geht das in Ordnung meine ich. Die Verarbeitung selbst macht auf mich sonst einen guten Eindruck. Der Zoom lässt sich gut bewegen, das Umschalten von AF auf manuellen Fokus erfolgt am Fokusring selbst. Der arbeitet dann aber sehr direkt, soll heissen, für Grobmotoriker ist das nicht unbedingt geeignet. Für mich eher sekundär, weil ich in 95% der Fälle mit AF arbeite. Ansonsten liegt das Objektiv gut in der Hand, eine Objektivschelle für die Montage auf einem Stativ gehört zum Lieferumfang, ebenso wie ein Objektivköcher.

Vom Bildergebnis bin ich sehr angetan. Die Bilder sind so, wie man sie sich wünscht. Scharf. So wie sich Fotograf das wünscht. Vignettierung vorhanden. Aber die habe ich auch schon schlimmer erlebt und ich kann gut damit leben. Zumal auch das originale Nikon nicht frei davon ist. Wobei ich mir immer vor Augen halte, dass ich von Objektiven im dreistelligen Preissegment an einer Kamera mit Vollformatsensor rede. Schätzungsweise wird sich die Vignettierung mit der steigenden Anzahl der auf den Ladentisch zu legenden Geldscheinen reduzieren. :lol:

Ich bin mit dem Tamron sehr zufrieden. Obwohl, das trifft es nicht wirklich. Es macht mir viel Spaß damit zu arbeiten. Erst recht durch die durchgehende Blende 2.8. Was man damit alles anstellen kann, das ist schon sehr nett und ich muss mich da erst dran gewöhnen. Denn gerade im Telebereich hatte ich bislang damit noch nicht so arbeiten können. Stünde ich heute wieder vor der Wahl: ich würde es wieder kaufen. Das Preis-Leistungsverhältnis spricht für sich. Der nicht so rasante AF tut mir nicht weh, die Bilder übertreffen die Erwartungen, die ich an dieses Objektiv gestellte hatte.

Man sollte sich aber im Vorfeld darüber im Klaren sein, dass das Teil ein Klopper ist, der auch in die Fototasche passen soll. ;-)


Autor: Christian Rohweder

Begeisterter Fotograf und Motorradfahrer, Anhänger der Musik aus den 80ern, und Fan der folgenden Filme: Die unendliche Geschichte I, Fame (1980), Herr der Ringe, Harry Potter, Star Trek, Star Wars.

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