Wie ruiniere ich meinen Ruf am besten?

Wenn ich als Unternehmen oder Organisation in irgendeiner Weise davon abhängig bin, zahlende Kunden oder Interessenten ins Boot zu holen, dann muss ich mich um dieses Klientel bemühen. Ich denke, das leuchtet jedem ein.

Jedem? Nein, scheinbar nicht. Denn das einen zweifelhaften Auftritt durfte ich letztes Wochenende auf dem Rendsburger Herbst erleben. Da hat eine hier nicht näher genannte Organisation ein Event präsentiert, das schon im Vorfeld unter keinem guten Stern stand und am Samstag ein trauriges Finale fand.

Das Event selbst wurde im Vorfeld kaum beworben, obwohl es von seinen Teilnehmern mit Leben gefüllt wurde. Die Beteiligung war entsprechend gering. Insbesondere dann, wenn man es mit dem Vorjahr vergleicht, wo man sich vor Anmeldungen kaum retten konnte und gleich zwei Tage für das Finale benötigte. Der „krönende“ Abschluss in diesem Jahr war aber der Präsentator himself. Letztes Jahr geschniegelt und gebügelt, motiviert bis in die Haarspitzen. Dieses Jahr musste ein ungebügeltes Hemd, ein unrasiertes Gesicht und eine Frisur her halten, die an dem Tag scheinbar noch keinen Kamm gesehen hatte. Die Moderation selbst zwar perfekt aber motivationslos. Man merkte, es war eine Pflichtübung.

Schade für das Event, schade aber auch für die präsentierende Organisation, die an dieser Stelle ein Signal nach außen gesetzt hat. Man könnte nun sagen, ok, die Leute hatten an dem Samstag einen schlechten Tag. Sicher, Otto-Normal-Mensch könnte man das auch nachsehen. Nur, wenn an dieser Stelle ein Mensch die Bühne betritt, der von sich selbst sagt Profi zu sein, dann muss er auch an dieser Latte gemessen werden. Und da gehört dann auch eine entsprechende Gesamtpräsentation dazu.

Allerdings zieht es sich noch weiter. Seit kurzem hat diese Organisation auch einen neuen Webauftritt. Dieser wurde groß angekündigt: alles neu, viel mehr Interaktion als vorher und auch inhaltlich sollte sowohl auf der Webseite als auch innerhalb dieser Organisation vieles neu sein. Aber auch hier kann man nur sagen, es zieht sich wie ein roter Faden. Die Interaktion ist weniger geworden, man schottet sich zur Außenwelt hin eher ab. Ein Forum, das im alten Auftritt noch enthalten war, ist ersatzlos gestrichen worden. Ein Forum, zumindest ein Gästebuch, ist Interaktion schlechthin. Alles andere sind Krücken. Das Design selbst ist sehr Geschmackssache. Hausbacken würde ich es bezeichnen. Neuerdings gespickt mit reingepfuschten grafischen Elementen, die an der Position vom Designer nicht vorgesehen waren oder in minderer Qualität umsetzte wurden. Als ursprünglicher Designer würde ich meinen Namen von dort umgehend zurückziehen.

Aber auch sonst entpuppen sich gemachte Ankündigungen als heisse Luft. Aktivitäten binnen dieser Organisation finden nicht statt, Kommunikation innerhalb ebenfalls nicht. Und wer es wagt Kritik zu üben, der wird „des Paltzes verwiesen“.

Interessanterweise glaubt man dort auch, dass all solche Dinge niemandem auffallen. Allerdings stellt sich dann die Frage, für wie unintelligent man seine Mitbürger hält. Außerdem wäre dann auch wissenswert, wie man so neue Interessenten werben möchte. Außer, sie stammen aus den eigenen familiären Reihen.

Insgesamt ergibt sich ein sehr schräges Bild nach Außen. Schade eigentlich, denn das war mal ganz anders. Aber jeder ruiniert sich seinen Ruf selbst am Besten so gut er eben kann.


Autor: Christian Rohweder

Begeisterter Fotograf und Motorradfahrer, Anhänger der Musik aus den 80ern, und Fan der folgenden Filme: Die unendliche Geschichte I, Fame (1980), Herr der Ringe, Harry Potter, Star Trek, Star Wars.

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