Peking: Lügen, nichts als Lügen

Ich mag die Chinesen nicht. Genauer: weniger die Chinesen selbst, vielmehr die politische Führung. Das Volk kann ja nichts dafür. Aber die Führung lügt, dass die Wände wackeln. Und alles für Olympia?

Warum die diesjährige Sommerolympiade in China ausgerichtet wird, ist mir schleierhaft. Der gesunde Menschenverstand sagt einem, das ist eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Peking, das eine so strahlende und perfekte Olympiade ausrichten wollte, kommt um Schandflecke nicht herum. Gleich vier dicke Lügen trüben den mit aller Macht gewollten Glanz.

Bei der Vergabe der Spiele an China, hat die Führung eine freie Berichterstattung zugesagt. Selbst mit verschlossenen Augen kommt man nicht umhin, immer wieder über Einschränkungen der journalistischen Arbeit vor Ort zu lesen. Ferner hatte China zugesagt, bis zu den Spielen sollten 95% der Busse in Peking mit umweltfreundlichem Erdgas fahren. Nach wie vor verpesten alte Dieselbusse die Luft.

Dann die Eröffnungsfeier: bereits seit dem Wochenende bekannt ist, wurden die Fernsehbilder manipuliert. Die Fußstapfen, die eigentlich durch Feuerwerk an den Himmel gemalt werden sollten, kamen aus dem Computer. Und der Gesang beim Einzug der chinesischen Nationalflagge stammte nicht von dem Mädchen, das im Fernsehen zu sehen war, sondern wurde vorher von einem anderen Mädchen, dass einem Funktionär „nicht süss genug“ war, aufgezeichnet.

Tut mir leid, aber diese Spiele sind es nicht wert, wirklich beachtet zu werden. Die politische Führung in China darf sich damit rühmen, ihrem Land wieder und wieder zu einen zweifelhaften Ruf zu verhelfen.


Autor: Christian Rohweder

Begeisterter Fotograf und Motorradfahrer, Anhänger der Musik aus den 80ern, und Fan der folgenden Filme: Die unendliche Geschichte I, Fame (1980), Herr der Ringe, Harry Potter, Star Trek, Star Wars.

4 Gedanken zu „Peking: Lügen, nichts als Lügen“

  1. Die Spiele als nicht beachtenswert zu beurteilen finde ich recht unfair den Sportler und Helfern gegenüber.
    Gut, die Vergabe der Spiel an China ist sicherlich diskussionswürdig (besonders wegen der freien Berichterstattung und ähnlichen Themen), aber das wurde schon tausendfach durchgekaut und jetzt ist es nun einmal so. Die Sportler und alle, die sich vor Ort reinknien, dass alles läuft könne da nix für.
    Die 2 „Lügen“ bei der Eröffnungsfeier finde ich persönlich überhaupt nicht schlimm. Hey, wenn wir das Feuerwerk fürs Fernsehen immer digital aufpeppen sparen wir doch Energie, ergo: „grünere Spiele“. ;)
    Apropos grüne Spiele: Hat man mal die Umweltbilanzen aller Olympiastädte verglichen? Ich glaube, soo grün war Athen 2004 auch nicht.

    Fazit: Ich schau mir die olympischen Spiele weiterhin gern an.

  2. Ob die Sportler und Helfer etwas dafür können sei dahin gestellt. Das eine aber vom anderen zu trennen, in diesem Fall den Sport von der Politik, wo doch selbst die Chinesen das nicht tun, finde ich doch etwas zweifelhaft. In einer Welt, die dank moderner Technologie immer weiter zusammen rückt finde ich es nicht mehr angemessen, einfach weg zu gucken und die eigentlich vereinbarten „Spielregeln“ mit Füßen treten zu lassen. Sicherlich kommt man um China heutzutage nicht mehr herum. Aber einfach alles kritiklos hinzunehmen ist irgendwie auch der falsche Weg.

  3. Kritiklos wird ja nichts hingenommen. Ich denke, mittlerweile ist es jedem bewusst, dass in China allgemein etwas falsch läuft; gibt ja genügend Berichte darüber. Aber die Spiele als „nicht beachtenswert“ abzutun empfinde ich als falsch, weil das den falschen Leuten Unrecht tut.
    Ich schaue mir die Wettbewerbe sehr gern an, auch wenn sie im bösen China stattfinden – ja, ich kann das trennen.

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