Das perfekte Bild

Wenn man so durch die Online-Galerien der einschlägigen Communitys schaut, dann wundert man sich stellenweise schon über Bilder, die dort zu den Besten gewählt werden.

Denn das, was dort präsentiert wird, ist in Teilen einfach nur Schrott. Bilder ohne Aussage, Bilder die einen nicht erreichen. Dafür aber technisch perfekt durchgestylt sind.

Aber ist es das? Wie hier schon geschrieben hat es Andreas Feininger auf den Punkt gebracht, was richtige Fotografen schon immer gewußt haben: Nicht die technische Ausführung alleine macht ein gutes Foto aus. Es ist die Aussage oder das Gefühl, das ein Bild vermitteln kann.

Beispiel Blümchenbilder. In der Regel kann ich diesem Segment nichts abgewinnen und lasse sie links liegen. Es gibt aber eine Fotografin, die mich vom Gegenteil überzeugt hat. Blumen können spannend sein, wenn man sie richtig inszeniert. Bei den Bildern von Sandra Bartocha hatte ich dieses Aha-Erlebnis.

Aktfotografie ist auch so ein Thema. Viele versuchen sich an diesem Thema, können aber eine Atmosphäre, die den Betrachter umhüllt nicht an den Betrachter transferieren. Auch hier klicke ich oft gelangweilt weiter, denn viele versuchen nur andere zu kopieren, aber keinen eigenen Stil zu finden. Ein Fotograf, der mir auf diesem Gebiet viel Freude bereitet ist Lars Ihring, der seinen völlig eigenen Stil gefunden hat und die Natürlichkeit der Motive bewahrt.

Machen diese beiden beispielhaft genannten Fotografen nun perfekte Bilder? Klares nein. Nun wird man sich beim Betrachten der Bilder dieser beiden fragen, warum nicht? Nun, es kommt auf die Betrachtungsweise an. Perfekt. Was ist perfekt? Perfekt ist ein subjektiver Eindruck den man von etwas hat, sei es nun ein Auto, ein Möbelstück, ein Arbeitsgerät oder eben Bilder. Der eine mag etwas als perfekt empfinden, der andere zieht vielleicht pikiert eine Augenbraue hoch und können die Begeisterung des einen für eine Sache nicht nachvollziehen.

Daher gibt es in meinen Augen das perfekte Bild einfach nicht. Die Jagd danach, die sich in einigen Communities abspielen ist wider des tierischen Ernstes. Anders kann man es nicht sehen. Es geht dann nicht darum, wer ein gutes Bild vorstellt, sondern wer in der Lage ist, die meisten Stimmen auf welchem Wege auch immer auf sich zu vereinigen. Es ist Politik die da betrieben wird.

Die beiden oben genannten Fotografen machen für mein Empfinden sehr gute Bilder, auch wenn ich sie aus den obigen Gründen nicht als perfekt bezeichnen kann. Denn das perfekte Bild, das allen Belangen gerecht wird und allen Betrachtern gleich gut gefällt, das gibt es nicht.

Man könnte nun eine gewisse Arroganz in diesem Artikel unterstellen. Das kann nicht verhindert werden, trägt aber vielleicht dazu bei, sich Gedanken über die eigenen Prioritäten beim Bewerten von Bildern zu machen.


Autor: Christian Rohweder

Begeisterter Fotograf und Motorradfahrer, Anhänger der Musik aus den 80ern, und Fan der folgenden Filme: Die unendliche Geschichte I, Fame (1980), Herr der Ringe, Harry Potter, Star Trek, Star Wars.

2 Gedanken zu „Das perfekte Bild“

  1. Das Thema hatten wir ja schonmal. Ich finde z.B. bei der FC, dass viele Bilder in der Gallery einfach gar keine AUssage haben. Ich sage mal 50% davon sind wirklich toll und 50% davon sind einfach nur Technik Technik Technik.
    Leider ist es ja auch so, dass bei technisch nicht perfekten Bildern viele Kommentieren: „Aber da die kleine Ecke ist nicht scharf genug“… JA UND?! solang das Bild eine Aussage hat?!

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